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Wodurch entstehen Parkinson-Syndrome?

Wodurch entstehen Parkinson-Syndrome?Seit der Erstbeschreibung der Erkrankung durch den Londoner Arzt, Apotheker und Paläontologen James Parkinson sind fast 200 Jahre vergangen. Man weiß heute, dass die Parkinson-Erkrankung weit über die schon lange bekannte Degeneration der Substantia nigra hinausgeht. So bezeichnet man einen Nervenzellkomplex im Bereich des Mittelhirns, der durch einen hohen Gehalt an Melanin und Eisen dunkel gefärbt erscheint und in die Regulation der Motorik eingebunden ist, zum Beispiel in die Bewegungsinitiation (Starten).
Die Parkinson-Erkrankung wird heute als vom unteren Hirnstamm aufsteigende Multisystemdegeneration des Nervensystems verstanden. Bis zu 10% der Neuerkrankten sind heute jünger als 40 Jahre alt. Immer mehr genetische Varianten konnten gerade beim „juvenilen Parkinson“ differenziert werden.

Wie erkennt man die Parkinson-Krankheit?

Im Vordergrund stehen die motorischen Kardinalsymptome Akinese (Bewegungsarmut), Rigor (erhöhte Muskelspannung), Ruhetremor (Zittern der Hände und/oder Beine mit einer Frequenz von 4-6, selten bis 9 Hz), posturale Instabilität (Instabilität der aufrechten Körperhaltung). Die Bewegungsarmut ist das Leitsymptom, erkennbar am ganzen Körper, der zunehmend gebeugt gehalten wird, und auch am (unbeweglicheren) Gesichtsausdruck. Die anderen Symptome treten in unterschiedlicher Gewichtung hinzu.
Bereits zuvor können nichtmotorische Frühsymptome auftreten: Hyposmie (Abschwächung oder Verlust des Geruchssinns), REM-Schlaf-Verhaltensstörung, Obstipation (Verstopfung), Depressionen, Muskel- und Skelettschmerzen sowie allgemeine Leistungsminderung. Eine REM-Schlaf-Verhaltensstörung äußert sich in Sprechen oder Schreien sowie ausgeprägten motorischen Phänomenen im Schlaf und der Angabe von Alpträumen. Frühe motorische Zeichen können neben der verminderten Spontan- und Feinmotorik auch eine Veränderung des Schriftbildes (Mikrographie) , ein einseitiger leichter Tremor oder ein monotoner wirkendes Sprechen und eine leise, heiser klingende Stimme sein.

Diagnostik bei Parkinson-Syndromen

Diagnostik bei Parkinson-SyndromenEin Parkinson-Syndrom wird weiterhin zunächst an seinen klinischen Zeichen und der Vorgeschichte erkannt, eine fachkundige neurologische Untersuchung ist am ehesten zielführend. Über die neurologische Untersuchung hinaus wird hierbei auch nach Frühzeichen eines atypischen Parkinson-Syndroms gefahndet (siehe unten).
Ein cMRT (Kernspintomogramm) gehört zur Basisdiagnostik der Parkinson-Erkrankung und kann andere Ursachen der Bewegungsstörung wie eine frontale Raumforderung, einen Normaldruckhydrocephalus oder eine subcorticale arteriosklerotische Encephalopathie ausschließen. In Zweifelsfällen hilft eine szintigraphische Untersuchung (DATSCAN) bei der Abgrenzung.

Was tun gegen Parkinson?

Meist kann durch die Behandlung der Erkrankung in den ersten Jahren nach Diagnosestellung eine weitgehende Normalisierung der Lebensqualität erreicht werden, man spricht in diesem Zusammenhang auch von der „Honeymoon-Phase“. Dabei ist es früher oder später nicht verzichtbar, das benötigte L-Dopa (bzw. die Dopaminagonisten) medikamentös zuzuführen.
Was tun gegen Parkinson?Bei nur gering ausgeprägten Symptomen ist initial auch eine Therapie mit einem Monoaminoxydase B – Hemmer (Selegilin oder Rasagilin) oder mit Amantadin möglich. Dabei erfordert die Behandlung einer Parkinsonerkrankung immer viel Geduld– sowohl vom Patienten als auch vom Arzt.

Es gilt immer: niedrig dosiert beginnen und sehr langsam die Dosis steigern, um die unerwünschten Wirkungen, die insbesondere zu Beginn auftreten können, zu minimieren. Die oben erwähnten nichtmotorischen Symptome (Schlafstörungen, Verstopfung, Depressionen) müssen angesprochen und konsequent behandelt werden.

Behandlung von Parkinson ohne Medikamente

Das ist bei Parkinson leider nur in der Anfangsphase möglich. Aktivierende Übungen in der Physiotherapie und Sprachtherapie stellen jedoch eine wichtige Ergänzung der vor allem in fortgeschrittenen Stadien nicht ausreichenden medikamentösen Therapie dar.
Sie zielen auf Fallneigung, motorische Blockaden, Gangstörungen, sowie Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen. und werden zunehmend wissenschaftlich evaluiert. Zusätzliche Motivation, Austausch und soziale Kontakte ergeben sich beim Training in der Gruppe.

Parkinson in fortgeschrittenen Stadien

Die Behandlung wird insgesamt schwieriger, wenn es im Verlauf zu Wirkungsfluktuationen der Medikamente kommt und andere, nicht-motorische Symptome, in den Vordergrund treten. Dann sind häufigere Einnahmezeiten, Kombination verschiedener Wirkstoffe und Zubereitungen erforderlich, was eine insgesamt sehr komplexe Medikation erfordern kann. Auch hier ist von allen Seiten viel Geduld erforderlich.
In ausgeprägten Off-Phasen (plötzlich auftretende Bewegungsunfähigkeit) können Injektionen von Apomorphin in die Haut helfen, auch der Einsatz kontinuierlicher Gaben von L-Dopa oder Apomorphin über Pumpensysteme und die tiefe Hirnstimulation sind in weiter fortgeschrittenen Stadien zu bedenken.

Atypische Parkinson-Syndrome

Neben dem idiopathischen Parkinson-Syndrom gibt es noch andere Varianten, die sogenannten atypischen Parkinson-Syndrome. Sie weisen zwar auch Symptome einer Parkinson-Erkrankung auf, haben aber auch weitere Besonderheiten und sind meist weniger gut behandelbar als die typischen Parkinson-Syndrome.
Symptome, die auf atypische Parkinson-Syndrome hinweisen sind früh ausgeprägte, ausgeprägte autonome Störungen wie Ohnmachten, Blasenentleerungsstörungen und Impotenz, Störungen des Schwitzens (Multisystematrophie), frühzeitige posturale Instabilität und Stürze sowie früh auftretende neurokognitive Störungen (Progressive supranukleäre Blickparese), zuvor oder innerhalb des ersten Jahres auftretende Demenz oder visuelle Halluzinationen (Demenz vom Lewy-Körper-Typ).