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Was bedeutet Demenz?

„Gestern stand ich im Zimmer und wusste nicht mehr, was ich dort wollte. Das ist mir schon zweimal passiert.“
„Ich kann mir keine Namen merken. Meine Freundin ist älter als ich und kann das ohne Probleme!“
„Vor zwei Wochen fiel mir partout der Name unseres Enkelsohns nicht ein, ich kam einfach nicht drauf, obwohl ich oft mit ihm zu tun habe. Später fiel er mir wieder ein.“
„Ich wollte einmal sagen: Wir gehen in die Messe und habe gesagt: Wir gehen in die Mühle.“
„Ich habe vor einer Woche nicht mehr gewusst, ob ich meine Morgen-Medikamente schon genommen habe.“
„Ich habe mitten im Satz nicht mehr gewusst, was ich eigentlich sagen wollte.“

Wer von uns kennt das nicht? Wenn diese Symptome nur gelegentlich auftreten sind sie normal, häufig Folge mangelnder Konzentration oder allgemeiner Überlastung. Mit zunehmendem Alter lassen auch bei Gesunden die neurokognitiven Funktionen nach.

Was aber bedeutet Demenz? Hierzu die Definition der Weltgesundheitsorganisation:
‚Eine Demenz ist eine erworbene globale Beeinträchtigung der höheren Hirnfunktionen einschließlich des Gedächtnisses, der Fähigkeit, Alltagsprobleme zu lösen, sensomotorischer und sozialer Fähigkeiten, der Sprache und der Kommunikation. Bei einer Demenz ist diese Beeinträchtigung meistens fortschreitend.‘

Welche Symptome deuten auf eine Demenz hin?

Welche Symptome deuten auf eine Demenz hin?Folgende Frühsymptome deuten auf eine beginnende Demenz hin: Vergessen von kurz zurückliegenden Ereignissen, Schwierigkeiten, sich in unvertrauter Umgebung zurechtzufinden, Probleme bei der Ausführung gewohnter Tätigkeiten, Nachlassendes Interesse an Arbeit oder Hobbys, Schwierigkeiten beim Treffen von Entscheidungen.

Im weiteren Verlauf kommen über die zunehmende Vergesslichkeit hinaus stärkere Einschränkungen der alltagspraktischen Fähigkeiten hinzu, die Wortfindung und Benennung wird schwieriger, neue Dinge können nicht gelernt, komplexe Aufgaben nicht mehr bewältigt werden. Die Krankheitseinsicht kann gestört sein, mitunter treten persönlichkeitsfremde Verhaltensstörungen auf. Auch der Verlust der Fähigkeit eine einfache geometrische Figur nachzuzeichnen oder mit Streichhölzern zu legen, weist eine Demenz hin.

Was für Untersuchungen sind notwendig bei Verdacht auf Demenz?

Was tun gegen Demenz? Zunächst ist zu klären, ob überhaupt eine (beginnende) Demenz vorliegt, oder vielmehr ein normaler Altersprozess oder eine Folge von Überlastung. Hierzu erfolgt zunächst ein fachärztliches Gespräch zur Erhebung der Vorgeschichte. Meist ist die Befragung von Angehörigen erforderlich, um weitere Informationen zu erhalten.

Dann nehmen wir eine neurologische und psychiatrische Untersuchung vor, führen orientierende Tests durch und leiten ein Elektroenzephalogramm (EEG) ab, um das Ausmaß der Einschränkung zu erfassen. Wenn sich der Verdacht auf eine Demenz ergibt, werden weitere Untersuchungen veranlasst, um den Prozess näher einzugrenzen. Dazu erfolgen zunächst Blutuntersuchungen und eine Bildgebung des Gehirns (MRT).

Manchmal können auch die Untersuchung des Nervenwassers (Liquor cerebrospinalis), weitere bildgebende Methoden (PET, SPECT) oder eine umfangreiche neuropsychologische Untersuchung notwendig sein. Es gibt gut behandelbare, ja heilbare Formen der Demenz, zum Beispiel den Normaldruckhydrocephalus oder eine Sickerblutung im Gehirn (Subduralhämatom), aber auch Stoffwechselstörungen (Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion, Vitamin B12-Mangel) und Depressionen, die so ausgeprägt sind, dass sie wie eine Demenz aussehen können (Pseudodemenz).

Was sind die häufigsten Formen der Demenz?

Was für Untersuchungen sind notwendig bei Verdacht auf Demenz?Am häufigsten sind die Demenz vom Alzheimer-Typ und die vaskuläre Demenz in Folge von Gefäßprozessen im Gehirn, beide Formen überschneiden sich nicht selten. Auch hat die Forschung gezeigt, dass dieselben Faktoren, die zu einer Arteriosklerose der Hirngefäße führen auch das Entstehen einer Alzheimer-Demenz fördern.

Weitere Demenzen sind die Demenz bei Parkinson-Syndromen, die Lewy-Körperchen-Demenz und die frontotemporalen Demenzen. Die Symptome bei diesen Demenzformen sind etwas anders als bei der Demenz vom Alzheimer-Typ.

Was tun gegen Demenz?

Was sind die häufigsten Formen der Demenz?Im Idealfall ist eine kausale (ursächliche) Behandlung möglich wie oben beschrieben. Bei der vaskulären Demenz kann ein Fortschreiten durch konsequente Behandlung von Gefäßrisikofaktoren (Bluthochdruck, erhöhte Blutfette, Diabetes, Nikotinkonsum) eingedämmt werden, bei der Alzheimer-Demenz können Medikamente das Fortschreiten verzögern.
Bei den nicht seltenen Mischformen können beide Therapieansätze zur Anwendung kommen. Auch bei Depressionen, Angst und Unruhe, Schlaf- und Verhaltensstörungen können Medikamente lindern helfen. Ganz wichtig sind die nichtmedikamentösen Hilfen wie eine wertschätzende und ernst nehmende Zuwendung, konkrete Alltagshilfen (z.B. Schilder zur Orientierung), an der persönlichen Vorliebe des oder der Betroffenen orientierte, abwechslungsreiche Aktivitäten sowie Bewegungs- und Musiktherapie.

Häufig leiden gerade die betreuenden Angehörigen sehr unter der Erkrankung des Betroffenen. Auch in dieser Hinsicht ist Unterstützung erforderlich.